Willi Bredel will ich nenn’, Videostill, 2018

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Willi Bredel will ich nenn’

Als Teil einer Serie von Arbeiten zur Tradition von Arbeiterschriftsteller*innen produzierte Ina Wudtke in Kooperation mit dem Hamburger Rapper Captain Gips den Video “Willi Bredel will ich nenn’”. Captain Gips spielt den Metallarbeiter und Dreher Willi Bredel (1901 Hamburg - 1964 Berlin Ost), einen der bekanntesten Arbeiterschriftsteller seiner Zeit, dessen Bücher in 17 Sprachen übersetzt wurden. Sein Buch “Die Prüfung” war das erste schriftliche Dokument aus einem Konzentrationslager. Heute ist Willi Bredel jedoch in Vergessenheit geraten, es ist also an der Zeit seinen Namen wieder zu nennen.
Bredel kam über die Arbeiterkorrespondenzbewegung der 1920er Jahre zum Schreiben. Marxistische Zeitungen riefen damals Arbeiter*innen auf, Texte über ihre Wohn- und Arbeitsverhältnisse einzureichen. So erschienen Bredels Texte zunächst als Fortsetzungsroman in der Hamburger Volkszeitung. Zwischen 1930 und 1933 kommen sie dann in der Reihe „Der Rote 1 Mark-Roman“ (Internationaler Arbeiter-Verlag) auch als preiswerte Taschenbücher heraus. Ab 1933 erscheinen sie im Exil in London, Prag, Moskau, und nach dem 2. Weltkrieg in der DDR. Von da aus fanden sie weltweite Verbreitung. Willi Bredel war die letzten Jahre seines Lebens Präsident der Akademie der Künste der DDR. Das Video wird im Ausstellungskontext zumeins mit einer Sammlung von Originalausgaben von Willi Bredels Büchern aus den 20ern, 30ern bis in die 70er Jahre gezeigt.
Video, Englisch, 16:9, Farbe,
4:33 Min., 2018
Willi Bredel will ich nenn’, Austellungsansichten 2018, Ausstellungsraum der IG Metall, Berlin