Heilen und Vernichten, Ausstellungsansichten, 2001, Kunsthalle, Luckenwalde

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Heilen und Vernichten


'Heilen und Vernichten' exponiert zwei extreme Genderrollen der deutschen Gesellschaft. Die Krankenschwester und der Soldat stellen sich nach außen als stärkste ästhetische Kodierung einer Rolle in der Gesellschaft dar: Beide Gruppen tragen Uniformen und stehen für klassische Tätigkeiten, die noch bis vor wenigen Jahren gesetzlich jeweils ausschließlich Männern oder Frauen vorbehalten waren. Die christliche Rote Kreuz Krankenschwester ist in vielen Länder (neben ihrem Pendant der muslimischen Roten Halbmond Schwester) der erste Beruf gewesen, den Frauen offiziell ausüben durften. Im Kriegsfalle arbeiten der Soldat und die Krankenschwester Hand in Hand.
Die in der Satzung des Roten Kreuzes geforderte politische Neutralität der Hilfeleistung hatte sich z.B. in der deutschen Praxis des 2. Weltkrieges schnell erübrigt. Die Krankenschwestern sind Seite an Seite mit den Soldaten ins Feld gezogen. Neutrale Hilfe hat das Deutsche Rote Kreuz nicht geleistet. Nach politisch-militärischem Kode war die Krankenschwester die weibliche Soldatin und folgte im Kriegsfalle den Anweisungen der herrschenden Regierung.

Fotoinstallation, 80 Portraits,
je 20 cm x 30 cm, Fotoprints
aufgezogen auf Dibondverbundplatten,
20 Kilo, Farbe, 2001
Heilen und Vernichten, Details, 2001