Kuhle Wampe Remix, Live Dialogs & Video Performance, Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2012

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Kuhle Wampe Remix. Oder wem gehört die Stadt?

Brechts/Dudows/Ottwalts und Eislers Film Kuhle Wampe, oder wem gehört die Welt? von 1932 thematisierte als einer der ersten Tonfilme in Deutschland das Schicksal von berliner Arbeitern, die in der Wirtschaftskrise der zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ihre Wohnung verlieren. Kuhle Wampe Remix, der siebzig Minuten dauernde live Performance und Remix von Ina Wudtke und dem belgischen Philosophen Dieter Lesage, überträgt diese Thematik in die Gegenwart. Sie zeigen sich, ebenso wie die Autoren des Films in ihrer Zeit, künstlerisch solidarisch mit einkommensschwachen Haushalten, die in der immer schneller und frecher gentrifizierenden Metropole Berlin die Miete nicht mehr zahlen können, und/oder zwangsgeräumt werden. Während die Mietsteigerungen in Berlin von Politikern in ihren Reden verwendet werden um zu beweisen, dass es Berlin wirtschaftlich bergauf geht, führen sie nur dazu, dass es vielen BerlinerInnen schlechter geht. Zwar ziehen zahlungsunfähige MieterInnen nicht mehr in die Zeltstadt 'Kuhle Wampe' am Müggelsee, dennoch ist die Verdrängung von Armen an den Rande der Stadt achtzig Jahre nach Kuhle Wampe wieder ein heißes Thema.
Dialog & Video Performance, Deutsch, 70 Min., Doppelprojektion, Erstaufführung 2012