Das Lebende Bild (Emden, 1930), Re-Inszenierung 2016, Berlin
DAS LEBENDE BILD (Emden, 1930)

In der Zeitung “Arbeitsblätter zum lebenden Bild” greifen Rena Rädle & Vladan Jeremic´ und Ina Wudtke eine radikalisierte Praxis der Aufführung von “tableaux vivants” in der kommunistischen Bewegung auf. Ursprünglich gehörte das Nachstellen von historischen Szenen zum Unterhaltungsprogramm bei Festveranstaltungen der Aristokratie und des Bürgertums. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung übernahm das “lebende Bild” als traditionelle Darstellungsform zur kulturellen Gestaltung von Lassalle- und Märzfeiern und gab ihm eine politische Ausrichtung. In der Weimarer Republik machten kommunistische Agitproptruppen aus dem lebenden Bild ein Mittel des Protests und der direkten Aktion. Eine solche Aktion ist in Gerichtsakten über einen Vorgang im Lloydhotel in Emden überliefert: Am 13. Januar 1930 unterbrachen kommunistische Aktivisten eine Versammlung der NSDAP, indem sie ein lebendes Bild auf der Saalbühne aufführten. Ina Wudtke hat “Das Lebende Bild (Emden, 1930)” als Foto re-inszeniert.
Farbfotografie, Abdruck in der Zeitung „Arbeitsblätter zum Lebenden Bild“, 39x28cm, 16 Seiten, Rotationsdruck, Auflage 1000, die Zeitung ist eine Gemeinschaftsarbeit mit Rena Rädle
& Vladan Jeremic´
Arbeitsblätter zum lebenden Bild, Installationsansicht District 2016, Berlin