NEID


Das Kunstprojekt NEID entsteht in einer sich ständig veränderndem Konstellation von internationalen AutorInnen, PerformerInnen, MusikerInnen, KünstlerInnen, FotografInnen u.a.. 1992 wurde NEID von Heiko Wichmann, Claudia Reinhardt und Ina Wudtke gegründet. Seit 1995 führt Ina Wudtke das Projekt alleine weiter. Seinen Ursprung hat NEID in der Auseinandersetzung Lacans mit der Lehre von Sigmund Freud ('Penisneid'). NEID betrachtet kulturelle Analyse und Forschung als künstlerische Arbeit.

NEID ist ein transmediales Projekt. Zeitschriftenproduktion ist nicht die haupt-sächliche Aktivität des geschaffenen künstlerischen Zusammenhanges, vielmehr sollen über die einzelnen Kunstdisziplinen hinweg Austausch und Diskurs ermöglicht werden. Die Öffentlichkeit wird gesucht und auf vielfältige Art einbezogen. Notwendigerweise gehören dazu auch Performances, Events, Lesungen, Shows und Partys. Neben Kellern, Clubs, Kinos und Plattenläden bespielt NEID auch Museen, Ausstellungen und übersetzt und vermittelt so vom Underground zum etablierten Kunst- und Kulturgeschehen. NEID setzt die Authentizitätsbegriffe ganz unterschiedlicher Bereiche neben einander. Dies stellt jeden einzelnen Authentizitätsanspruch in Frage und führt festgefahrene Werte in die Grenzbereiche der Kunst, in der sich Authentizität auflösen, verschieben und umgruppieren kann.

Seit 1992 sind zehn NEID-Ausgaben erschienen. NEID # 1 hatte einen medientheoretischen und Internet- bezogenen Schwerpunkt. NEID # 2 beinhaltete neue feministische Standpunkte, aus den USA. NEID # 3 beschäftigte sich vor allem mit musikalischen Themen und präsentierte 10 farbige, ganzseitige Fotoarbeiten von Künstlerinnen. In NEID # 4 finden sich Science Fiction Beiträge über Frauen aus dem 'outta space'. NEID # 5 verschrieb sich der Poesie. NEID # 6 erschien mit einem breiten Spektrum an Beiträgen von NEID Members (club culture, gender, inszenierte Fotografie). NEID # 7 liegt eine CD mit 'Live-Mitschnitten' von NEID Poetry/Musik Events bei, eine Debatte zu dem Thema Prostitution/ Gender im weitesten Sinne zieht sich durch das Heft. NEID # 8 erschien 1999/2000 an Stelle des herkömmlichen Formates in Form einer CD Rom, die die letzten 7 Jahre an Aktivitäten des Projektes, einschließlich der Veranstaltungen wie NEID VIDEO SHOW, NEID SHOW, NEID LIVE etc. präsentiert.

2001/02 organisierte NEID sein drittes Ausstellungsprojekt mit dem Titel: <representin'>. Das Ausstellungsprojekt <representin'> versammelt internationale Künstler und Künstlerinnen, die Kunst im Sinne eines kulturellen Freiraums für unabhängige interdisziplinäre Forschung nutzen. Ihre Arbeiten sind im Bereich visueller Studien angesiedelt, umfassen Fotografie, sowie Arbeiten mit vorgefundenem Bild- und Filmmaterial, das für eine kritische Betrachtung freigelegt und kommentiert wird. Die Arbeiten behandeln Fragen sozialer Positionierung und spüren den Konstruktionen von Repräsentation und Identität an den Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Körpern nach. Die Ausstellung fand vom 8. Mai – 9. Juni 2002 in der Galerie im Parkhaus in Berlin statt. Im Zusammenhang mit der Ausstellung erschien 2002 ein NEID # 9 im b_books Verlag.

2004 ist die Jubiläumsausgabe NEID # 10 erschienen, eine Sondernummer in limitierter Auflage mit Siebdruckcover. NEID # 10 widmet sich der Diskussion um die Schnittstelle von visueller Kunst und Musik. Die 3. berlin biennale war Gastgeber der Release Veranstaltung mit Performances von Manuel Zonouzi, Pickadelic, Heiko Wichmann, Mark Washeim und Ina Wudtke und präsentierte NEID in der Ausstellung im Printed Matter’ Magazinbereich.

Heiko Wichmann hat seit 1995 ein umfangreiches Internetarchiv für NEID installiert, Publikationen und Aktionen sind hier einzusehen: www.thing.de/neid

Neid Video Show, Ausstellungsansicht 1998, Berlin Biennale 1
cover: Neid # 9, 2002
Publikationen/Multiples, Deutsch
teilweise Englisch,
Farbe teilweise Schwarz /Weiß
1992 - 2004
NEID, Ausstellungsansicht 2008, Radialsystem V, Berlin

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